Die Tabula Peutingeriana, auch Peutingersche Tafel, ist eine kartografische Darstellung, die das römische Straßennetz (viae publicae) im spätrömischen Reich von den Britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den Nahen Osten bis nach Indien und Zentralasien zeigt. Der Name China erscheint am äußersten Rand im Osten, ohne dass jedoch entsprechende Landmassen eingezeichnet worden wären. Sie ist nach Konrad Peutinger (1465–1547) benannt und zählt zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Das Original der Straßenkarte aus der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts (ca. 375) enthielt eine grafische Darstellung der damals bekannten Welt, in der die Straßen als Verbindungslinien zwischen einzelnen Etappenorten eingetragen waren. Der bis heute nicht ermittelte Autor wollte nach dem Vorbild antiker Weltkarten eine einheitliche Darstellung der Terra habitabilis des 4. Jahrhunderts geben; es fehlen weitgehend die germanischen Gebiete rechts des Rheins und Nordeuropa.

Das spätantike Original lässt sich zurückverfolgen auf verschiedene Vorläufer, darunter die Weltkarte des Marcus Vipsanius Agrippa; nach seinem Tod war diese Karte in den Grabstein eingemeißelt worden, der sich in der Porticus Vipsaniae, nicht weit vom Friedensaltar, an der Via Flaminia in Rom befindet. Als weitere Vorläufer kommen in Betracht: das Itinerarium Antonini (ein Straßenverzeichnis in Buchform des dritten Jahrhunderts) und mehrere Überarbeitungen einer älteren Straßenkarte des Römischen Imperiums.

Die Originalkarte wurde wohl nach 330 angefertigt, da sie bereits die in diesem Jahr eingeweihte Stadt Konstantinopel zeigt. Jedoch war sie nicht auf dem damals aktuellen Stand, da auch die Stadt Pompeji zu sehen ist, die nach dem Ausbruch des Vesuv 79 nicht wieder aufgebaut worden war. Andererseits sind einige Orte in der Provinz Germania inferior eingezeichnet, die im 5. Jahrhundert zerstört wurden.

Weiter auf Wikipedia


Die gesamte Tabula Peutingeriana (Ausgabe von Konrad Miller, 1887)

Advertisements