Caesarea Maritima, das häufig ohne weiteren Namenszusatz nur Caesarea bzw. Cäsarea genannt wird (griechisch παράλιος Καισάρεια), war eine bedeutende antike Stadt Palaestinas, später auch eine wichtige Festung der Kreuzfahrer. Die archäologischen Stätten gehören heute zu den bedeutendsten Israels; das Gelände wurde zum Nationalpark erklärt.

Die Stadt liegt nordwestlich von Hadera in der nördlichen Scharonebene am Mittelmeer, etwa auf halbem Wege zwischen Haifa und Tel Aviv. Unweit des antiken Ortes befindet sich das moderne Caesarea bzw. Keisarija.

Die Stadt wurde im Jahr 6 n. Chr., als das Gebiet unter direkte römische Kontrolle kam, Residenz der römischen Procuratoren (Statthalter), die nur hin und wieder in Jerusalem ihren Aufenthalt hatten. In Caesarea wurde der erste außerbiblische Nachweis der Statthalterschaft von Pontius Pilatus, eine Inschrift, gefunden

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Stein, in den der Name Pontius Pilatus eingraviert ist. Zweite Zeile: …vs Pilatvs


Mosaikfußboden aus römischer Zeit

Der Garizim, auch Gerizzim, Garizin (hebr. גריזים, gr. Γαριζ(ε)ιν, arabisch ‏جبل جرزيم‎ Dschabal Dscharizīm) ist ein 881 m hoher Berg aus Nummulitenkalk in Palästina, an dessen Nordfuß Nablus (das biblische Sichem) liegt.

Der Garizim ist ein kahles, breites, sich sanft gegen Süden abdachendes Plateau; sein Abfall gegen die Stadt dagegen ist schroff und steil.

Die Samaritaner lokalisieren auf der Höhe des Berges den Altar, der nach Dtn 27,4 EU und Jos 8,30 EU von Josua im Auftrag des Mose gebaut worden sei. Hier stand der Tempel der Samariter, der im 4. Jh. v. Chr gebaut und um 129 v. Chr. durch den Hasmonäer-König Johannes Hyrkanos I. (135–104 v. Chr.) zerstört wurde. Bei Grabungen seit 1964 wurden die Tempelanlage auf 881m freigelegt. Münzfunde aus Nablus (antik Neapolis) belegen das Aussehen der Anlage.

Unter Kaiser Hadrian wurde auf dem Berg ein Zeus-Tempel errichtet; unter Kaiser Zenon entstand 484 n. Chr. eine oktogonale christliche Kirche.

Der Garizim ist der Berg, der im Johannesevangelium (Joh 4,20 EU) als Ort der JHWH-Anbetung durch die Samaritaner erwähnt wird; für die Samaritaner hat er diese Bedeutung bis heute.

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Berg Garizim (Aufnahme von 1900)

Kajaphas (auch Kaiphas oder Kajafas; eigentlich: Josef Qajjafa) war jüdischer Hoherpriester von 18 bis 36. Er wurde berühmt durch die Darstellung in den christlichen Evangelien, wonach er maßgeblich an der Verurteilung Jesu von Nazaret beteiligt gewesen sein soll.

Als historisch gesichert gelten folgende Informationen zu Kajaphas, die sich vor allem im Werk des jüdischen Historikers Flavius Josephus finden und durch neutestamentliche Überlieferung gestützt werden.[1] Danach war Kajaphas der Schwiegersohn von Hannas (Joh 18,13 EU), der von 6 bis 15 das Amt des Hohenpriesters bekleidete. Kajaphas wurde im Jahr 18 n. Chr. durch den römischen Präfekten Valerius Gratus berufen (Ant XVIII,95). Das Amt des Hohenpriesters wurde nach jüdischem Brauch jährlich neu durch den jüdischen Sanhedrin („Hoher Rat“) an ein Mitglied der Priesteraristokratie der Sadduzäer vergeben. Insofern gilt die außergewöhnlich lange Amtszeit des Kajaphas von 19 Jahren als Folge seiner geschickten Amtsführung nach außen und innen. Da auch die jüdisch-religiösen Ämter in dieser Zeit wesentlich von dem Wohlwollen der römischen Besatzungsmacht in Judäa abhingen, wird Kajaphas in erheblichem Maße auf römische Belange Rücksicht genommen haben. Daneben erhielt er wohl Unterstützung durch seinen Schwiegervater Hannas.[2] Nach dem Zeugnis des Flavius Josephus erfolgte die Absetzung des Kajaphas durch den Legaten Lucius Vitellius parallel zur Abberufung des Statthalters Pontius Pilatus im Jahr 36 n. Chr. (Ant XVIII,95), was möglicherweise auf Kajaphas enge Verflechtung mit der römischen Macht hinweist.

Durch Ernennung von Vitellius wurde Jonatan ben Hannas, der Schwager Kajaphas, Nachfolger in der Funktion als Hoherpriester (36–37). Jonatan war einer der fünf Söhne von Hannas.

Im Jahr 1990 wurde im Jerusalemer Vorort Talpiot in einer Familiengrabstätte aus dem 1. Jahrhundert ein aufwändig verzierter Knochenkasten (Ossuar) gefunden, der die Gebeine des Kajaphas enthalten soll. Eine aramäische Inschrift lautet: „Jehosef bar Qajfa“, was dem griechischen Namen „Josef, Sohn des Kaiphas“ entspricht.

ie Gestalt des Kajaphas hat in der Darstellung der christlichen Evangelien eine äußerst zwiespältige Berühmtheit gewonnen. Nach den Passionserzählungen der Evangelisten Matthäus (26,3.57 EU) und Johannes (11,47-53 EU; 18,12-28 EU) war der jüdische Hohe Rat und namentlich der amtierende Hohepriester Kajaphas federführend beteiligt an der Auslieferung Jesu an die Römer, die seine Kreuzigung betrieben. Die jüdische Führung besaß zur Zeit Jesu nicht das Recht auf Kapitalgerichtsbarkeit. Auch formaljuristisch widerspricht das in den Evangelien geschilderte Verfahren gegen Jesus zeitgenössisch-jüdischen Rechtsgrundsätzen.

Nach Mt 26,59-68 EU suchte der jüdische Hohe Rat durch Falschaussagen Jesus einer Gesetzesübertretung zu überführen. Matthäus schildert dann das Urteil des Hohenpriesters (Kaiphas), das auf Gotteslästerung lautet und vom Hohen Rat mit dem Todesurteil gegen Jesus belegt wird (Mt 26,65-66 EU).

Nach Joh 11,49-52 EU gab Kajaphas seinen Ratskollegen schon vor der Verhandlung den entscheidenden Hinweis zum Umgang mit Jesus, der durch sein Wirken die jüdischen Autoritäten herausgefordert hatte: „Es ist nützlich für euch, wenn ein Mensch sterbe für das Volk, und nicht die ganze Nation zugrunde gehe“. Johannes kennzeichnet diese Wertung des Kajaphas jedoch ausdrücklich als Prophetie (Joh 11,51 EU), so dass sie sich einer juristischen oder ethischen Einordnung weitgehend entzieht und im Horizont theologischer Konzeptionen zur Sendung Jesu zu verstehen ist.

Dennoch hat die Darstellung des Kajaphas bei Matthäus und Johannes in der Geschichte des Christentums zu erheblichen antijüdischen Tendenzen geführt. Die Frage nach der Schuld am Tod Jesu wurde so häufig Anlass zu generell judenfeindlichen Einstellungen und Verhaltensweisen.

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Pontius Pilatus erhält seine Bekanntheit vor allem durch die Erzählungen des Neuen Testaments der Bibel, nach denen er Jesus von Nazaret zum Tod durch das Kreuz verurteilte und die Hinrichtung durchführen ließ. Außer in den Passionsgeschichten wird Pilatus im Neuen Testament noch zweimal erwähnt. Zum einen im Lukasevangelium (Lk 13,1-2 EU), das über die – auf seinen Befehl hin ausgeführte – Ermordung galiläischer Pilger berichtet. Zum anderen datiert Lukas (Lk 3, 1 EU) den Beginn der Wirksamkeit des Johannes unter der Statthalterschaft des Pontius Pilatus.

Als wichtigste Quelle außerhalb des Neuen Testaments gilt eine Stelle in den Annalen (15, 44) des römischen Geschichtsschreibers Tacitus, an der er von der Christenverfolgung unter Nero nach dem Brand Roms berichtet und dabei Pilatus beiläufig erwähnt: Auctor nominis eius Christus Tiberio imperitante per procuratorem Pontium Pilatum supplicio adfectus erat. („Der Urheber jenes Namens, Christus, wurde während der Regierung des Tiberius durch den Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet.“) Die Authentizität dieses Berichts ist allerdings umstritten.

Darüber hinaus finden sich einigermaßen gesicherte historische Aussagen über Pilatus vor allem bei Flavius Josephus in seinen Werken De bello Judaico und in den Antiquitates. Auch Philo von Alexandria berichtet über ihn.

Aufgrund der schlechten Quellenlage wurde gelegentlich sogar angenommen, dass Pontius Pilatus keine historische Person gewesen sei. Seit dem Fund einer Inschrift im Jahre 1961 in Caesarea, der ehemaligen Residenzstadt des Pilatus, gilt seine Existenz jedoch als gesichert.[2] Die Inschrift wird auf die Jahre 26–37 datiert und wurde von einer Gruppe unter Leitung von Antonio Frova ausgegraben. Obwohl lediglich 31 teils fragmentarische Buchstaben zu erkennen sind, bestätigen sie doch die Statthalterschaft des Pilatus in Judäa. Nach Meinung der meisten Wissenschaftler lautet der vollständige Text: [DIS AVGVSTI]S TIBERIEVM [- PONTI]VS PILATVS [PRAEFECT]VS IVD[AEAE FECIT ET DEDICAVIT] („Pontius Pilatus, Präfekt von Judäa, erbaute und weihte das Tiberieum den seligen Göttern“). Alexander Demandt (1999) interpretiert die Inschrift neu zu: [INCOLI]S TIBERIEVM [- PONTI]VS PILATVS [PRAEFECT]VS IVD[AEAE REFECIT] („Den Einwohnern das Tiberieum Pontius Pilatus, Präfekt von Iudaea, erneuerte“). Géza Alföldy (1999) setzt anstatt INCOLIS („den Einwohnern“) NAVTIS („den Seeleuten“) ein. Mit Tiberieum ist der Leuchtturm von Caesarea gemeint, der von Pontius Pilatus erneuert wurde. Der Fund belegt im Übrigen auch, dass die korrekte Bezeichnung für das von Pilatus ausgeübte Amt Präfekt war und nicht, wie bei den Statthaltern von Judäa ab der Mitte des 1. Jahrhunderts üblich, Prokurator, eine Bezeichnung, wie sie auch Tacitus verwendete. – Die Inschrift befindet sich momentan im Israel Museum in Jerusalem (Inv.-Nr.: AE 1963 no. 104).

Aus Judäa sind drei Münztypen bekannt, die mit der Amtszeit des Pilatus in Verbindung zu bringen sind (Typ Hendin 648, 649, 650). Sie tragen die Legende Tiberiou Kaisaros („des Tiberius Caesar“) und tragen zusätzlich die Zahlen des jeweiligen Regierungsjahres des Tiberius, was nach christlicher Zeitrechnung den Jahren 29, 30 und 31 entspricht. Sie datieren also eindeutig in die Amtszeit des Pilatus. Auf der Vorderseite sind jeweils ein Lituus bzw. ein Simpulum (Schöpfkelle) abgebildet, beides Werkzeuge des Kaiserkultes. Diese Abbildungen müssen das religiöse Empfinden der Juden verletzt haben, inwieweit dies bewusst geschah, ist umstritten.

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