Târgoviște [tɨrˈgoviʃte] (deutsch: Tergowisch) ist eine Stadt in Rumänien und ist die ehemalige Hauptstadt der Walachei. Sie liegt im Kreis Dâmbovița und hatte im Jahr 2007 ungefähr 90.000 Einwohner.
In Târgoviște wurde der berühmte Vlad III. Drăculea im Jahre 1456 inthronisiert. Im Jahr 1499 baute der walachaische Fürst Radu cel Mare (Radu der Große) die Bergkirche von Saint Nicolae wieder auf, aber erst 1514 unter der Herrschaft von Fürst Neagoe Basarab wurde die Kirche eingeweiht. Heute ist sie als Dealu-Kloster bekannt.
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Fürstenhof und Stadt
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Vlad III. (* um 1431 wahrscheinlich in Schäßburg (rumänisch Sighișoara); † Jahreswende 1476/1477[1] bei Bukarest) war 1448, 1456–1462 und 1476 Woiwode des Fürstentums Walachei. Gemäß der These, die unter Historikern die größte Akzeptanz gefunden hat, leitet sich sein Beiname – Drăculea (deutsch „Der Sohn des Drachen“ von lateinisch draco – „Drache“) – von der Mitgliedschaft seines Vaters Vlad II. Dracul im Drachenorden des Sigismund von Luxemburg ab. Der Drache wurde auch im Woiwodensiegel geführt.[2][3] Dieser Beiname wurde oft falsch als „Sohn des Teufels“ übersetzt, da das rumänische Wort drac Teufel bedeutet.

Seine historische Bekanntheit erlangte Vlad III. zum einen durch seinen Widerstand gegen das Osmanische Reich und dessen Expansion auf dem Balkan, und zum anderen wegen seiner Vorliebe für Hinrichtungen durch Pfählung, weswegen ihm posthum ein weiterer Beiname – Țepeș [ˈtsepeʃ] (deutsch Der Pfähler) – gegeben wurde.

Die ursprünglich politisch motivierten Geschichten und Mythen über vermeintliche Gräueltaten des Woiwoden fanden während des 15. und 16. Jahrhunderts besonders im deutschen und russischen Raum weite Verbreitung. Bei der Schaffung der Romanfigur Dracula soll Bram Stoker durch Vlad III. inspiriert worden sein.

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Der Drachenorden (lat. Societas Draconistarum, ital. L’Ordine del Drago[ne], ung. Sárkány Lovagrend, rum. Ordinul Dragonului) war ein 1408 gegründeter katholischer Adelsorden. Der Stiftungstag kann auch zeitgleich mit der Krönung 1387 zusammengefallen sein[1]. Er wurde auch als „Orden des besiegten Drachen“, „Orden des überwältigten Drachen“ oder „Orden des niedergestürzten Drachen“ bezeichnet. In den Urkunden sind diese Namen nicht zu finden. Allgemein wird er nur „Drachenorden“ oder „Orden der Drachenritter“ (Socieatas nostra Draconica seu Draconitarum)[1] oder „Ung[a]rischer Drachenorden“[2] genannt.

Der Orden wurde durch Kaiser Sigismund (der damals noch König von Ungarn war; gekrönt 1387) und seiner zweiten Frau Barbara von Cilli am 12. Dezember des Jahres 1408 ins Leben gerufen; nach dem Vorbild des St.Georg-Ordens (von Karl I. 1326 gegründet).
Kaiser Sigismunds Ordensritter.

Als Schutzpatrone des Ordens galten der Drachentöter St. Georg und die heilige Margit (von Antiochia). Margit soll Legenden nach vom Teufel in Gestalt eines Drachens heruntergeschluckt worden sein, aber mit Gottes Gnade ohne Verletzungen aus dem Magen des Drachen entkommen sein. (ent. aus: Quelle)

Das Symbol des Ordens war der Drache, der seinen Schwanz um den Hals geschlungen hatte (Ouroboros). Das Ordenssymbol wurde direkt auf der Kleidung in Form eines Hals- oder Schulterschmucks getragen. Ab 1418 bis zum Tode Sigismunds erhielt das Symbol den zusätzlichen Schriftzug „O quam misericors est Deus justus et pius“ („Oh wie barmherzig ist Gott, wie gerecht und fromm“). Sigismund ließ sich mit einem goldenen Drachen um den Hals in Großwardein beerdigen. Während der Jahrhunderte änderte sich oftmals das Symbol – der Drache und das Kreuz blieben jedoch immer Bestandteil des Ordens. Ursprünglich war es ein rotes Kreuz auf silbernem Hintergrund, aufgenäht auf einem schwarzen Hintergrund. Als Ritter im Auftrage des Drachen verpflichtete man sich, das Christentum zu verteidigen.

Zahlreiche politisch und militärisch einflussreiche Persönlichkeiten waren zur Einführung des Ordens anwesend, u.a. Stefan Lazarević (Serbien), Nicolae von Gara, Stibor von Stibericz, Pipo von Ozora, der Ban von Severin.

Auf dem Reichstag zu Nürnberg erweiterte Sigismund von Luxemburg, König von Ungarn die Ränge des Ordens, z.B. mit dem Dichter Oswald von Wolkenstein und Vlad II., Fürst der Walachei, der den Beinamen Dracul als Zeichen seiner Angehörigkeit zum Drachenorden erhalten haben soll. Andere Mitglieder schworen zwar nicht auf die Loyalität des Ordens, waren aber Verbündete, so z.B. Władysław II. Jagiełło (König von Polen), Vytautas der Große (Großfürst von Litauen), Heinrich V. (König von England), und Carrara della Scala (Herrscher von Venezia & Verona). Ein weiteres bekanntes Ordensmitglied war Alfons V. von Aragón.[1]

Als führende Familien des Ordens galten Gara und von Chilli. Ihr Engagement galt der Loyalität der königlichen Familien und deren Freunde zum Orden. Das Gesetz des Ordens wurde von Bischof Eberhard von Oradea, Kanzler des ungarischen Gerichts, ausgearbeitet. Dieses Gesetz ist in einer Kopie von 1707 und in einer ungarischen Ausgabe von 1841 erhalten. Analysen ergaben, dass der Auftrag des Drachenordens (symbolisiert durch tortuosi daconi, übernommen vom St. Georgs Orden) der Kampf gegen heidnische Armeen und Hussiten außerhalb orthodoxer Gemeinschaften war. Hiernach hatte der Schutz des Königs und seiner Familie durch ungarische Adelskreise die höchste Priorität. Zu Lebzeiten Sigismunds erlaubte Mitgliedschaft in diesem Orden politischen Zugang zu Ungarn und seinem König.

Das Kreuzelement des Drachenordens wechselte bei Vlad II. Dracul 1437 vom lateinischen Kreuz zum ungarischen Doppelkreuz, dem Patriarchenkreuz. Vlad personalisierte die Symbolik aus Psalm 91: Auf Löwen und Ottern trittst du, Junglöwen und Schlangen trittst du nieder. Sie stand für die Bemühungen Vlads II. um den Sieg der christlichen Welt über das Osmanische Reich. Er ließ während seiner Regierungszeit Münzen mit seinem Abbild und mit dem Symbol des Drachens auf der Rückseite prägen. Auch hielt das Ordenssymbol auf vielen Familienwappen seiner Zeit Einzug. Mit der Zeit nahm die Bedeutung des Drachenordens ab.

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Rekonstruktion des Symbols des Ordens (I) basierend auf einem existierenden Artefakt in einem österreichischen Museum.

Th. v. Bogyay: Artikel „Drachenorden“ , in: Lexikon des Mittelalters, Band 3, München 1986, ISBN 3-7608-8903-4, S. 1346
Wladyslaw Kuzdrzal-Kicki: Der Drachenorden: Genese, Gründung und Entartung. Dokumentation und Schlußfolgerungen, Bd. 1, München 1978, ISBN 3-921513-15-4
Georg Janesch-Troll / Hans Mendgen (Hrsg.): Marienburg im Burzenland: Zur Geschichte der einstigen Ritterorden-Gemeinde in Siebenbürgen, Bielefeld 1987, ISBN 3-7694-0419-X
Ralf-Peter Märtin: Dracula, Das Leben des Fürsten Vlad Tepes, Neuausgabe der ersten Auflage, Berlin 2004, ISBN 3-8031-2396-8
Abbildung und Beschreibung aller Ritterorden in Europa, Reprint der Orig.-Ausg. Augsburg 1792, Holzminden 1999?, ISBN 3-8262-1807-8
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Das Kloster Rila, auch Rila-Kloster (bulgarisch Рилски манастир) ist ein Kloster im westlichen Bulgarien. Der offizielle kirchliche Name des Klosters ist Kloster des Heiligen Iwan Rilski (bulg. Mанастир „Свети Иван Рилски“).

Das Kloster untersteht direkt dem Patriarchen (Stauropegia) der bulgarisch-orthodoxen Kirche. Nach dem Vorbild des Rila Klosters und nicht nach älteren Bildprogrammen wurden die ihm folgenden Narthices anderer bulgarischer Klöster ausgemalt. Führend auf diesem Gebiet war die Samokower Malschule, die mit Sachari Sograf (1810-1852) und Dimitar Sograf (1796-1860) ihre bekanntesten Vertreter hatte.

Das Rila-Kloster war seit dem 18. Jahrhundert bis zur Befreiung Bulgariens von der osmanisch-türkischen Herrschaft (1878) die einzige funktionierende gesamtbulgarische Institution und galt zusammen mit den Klöstern Zográfou und Chilandar auf dem Athos, als eines der Zentren der Aufklärung Bulgariens. Heute ist das Kloster eines der international bedeutendsten orthodoxen Klöster und das größte im Land. Es wurde in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die Anlage – eines der 100 nationalen touristischen Objekte – ist das wichtigste Zentrum des religiösen Tourismus im Land und gilt als Nationalheiligtum.
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Durch den bulgarischen Zar Iwan Schischman erhielt das Kloster im Jahr 1378 weitreichende Privilegien. Zahlreiche Schriftsteller, Künstler und Baumeister hinterließen Manuskripte, kirchliche und Profanbauten, Wandmalereien, Holzschnitzereien, liturgische Gefäße und Ikonen.[2]

Mit Sicherheit wurde das Kloster bei der Eroberung Bulgariens von den osmanischen Türken 1393-1396 nicht zerstört, was mit der Zugehörigkeit der Region zum Despotat Welbaschd zusammenhängen könnte. Wahrscheinlich wurde die Region osmanisch, als sich der Herrscher des Despotats, Konstantin Dragaš nach der Schlacht an der Mariza 1371 Vasall des Osmanischen Reiches geworden war. Nach einigen Quellen existierte das Despotat innerhalb des osmanischen Reiches weiter. So ist der Despot von Welbaschd Jusuf bekannt, der nach der Schlacht bei Ankara um 1402, als die Osmanen eine schwere Niederlage erlitten, rebellierte und anschließend das Despotat in seinen alten Grenzen wiederherstellen. Um 1427/28, spätestens im Herbst 1431 wurde jedoch das Fürstentum erneut osmanisch, die seine Festungen zertrört und in dessen Grenzen der Sandschak Kjustendil errichtet, einer der größten in der osmanischen Provinz Rumelien.

Belegt ist nur, dass mit der Eroberung Bulgariens durch die Osmanen das Kloster im 14. und 15. Jahrhundert an Einfluss verlor und dass es im zweiten und im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts geplündert und weitgehend zerstört wurde. Dabei blieben nur die Kirche und der Turm erhalten. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wieder aufgebaut wurde. Dabei wurden die Reliquien von Iwan Rilski wurden aus der damaligen bulgarischen Hauptstadt Weliko Tarnowo feierlich zurück in das Kloster Rila gebracht. Die Prozession ist in dem Werk Rila Legende von Wladislaw Gramatik detailliert wiedergegeben. Auch unter osmanischer Herrschaft genoss das Kloster Privilegien ähnlich wie in vor-osmanischer Zeit. Allerdings verhinderte auch der Schutzbrief des Sultans in Konstantinopel (heute Istanbul, bulg.: Цариград/Zarigrad) Übergriffe nicht vollständig. 1466 wurde zwischen dem Kloster Rila und dem Kloster Heiliger Pantheleimon in der Mönchrepublik Athos ein Vertrag über eine Partnerschaft geschlossen.
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Chreljos-Turm aus dem 13. Jahrhundert


Die Klosterkirche Sweta Bogorodiza


Die Klosterkirche Sweta Bogorodiza

Emil Ivanov: Das Bildprogramm des Narthex im Rila-Kloster in Bulgarien unter besonderer Berücksichtigung der Wasserweihezyklen, Dissertation, 2004
Margarita Koeva: Rilskijat manastir/Рилският манастир, Sofia, Verlag Borina, 1995
Friedbert Ficker: Das Rila-Kloster : nationales Glaubens- und Kulturheiligtum in Bulgarien, München, 1993
Die Schätze des Rila-Klosters, Komitee für Kultur, Nationales Museum „Rila-Kloster“ (Hrsg.), oJ
Neofit Rilski: Описание болгарскаго священнаго монастира Рилскаго (zu dt. etwa Beschreibung des heiligen bulgarischen Rila Klosters, 1879)

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