Fiktiver Lebenslauf von Richter Di nach den Romanen und Erzählungen von Robert van Gulik

630 n.Chr. Tai-yuan

Richter Di geboren

650 n.Chr. Hauptstadt

Richter Di wird Privatsekretär seines Vaters, heiratet erste und zweite Ehefrau, besteht literarische Prüfung und wird Sekretär der kaiserlichen Archive

663 n.Chr. Peng-lai (Nordostküste)

erste Station als Bezirksrichter, gewinnt Gehilfen Ma Jung und Tschiao Tai, heiratet dritte Ehefrau
Geisterspuk in Peng-lai (1959); (engl.: The Chinese Gold Murders)
Fünf glückbringende Wolken, Erzählung in: Richter Di bei der Arbeit (1967); (engl.: Judge Dee at Work)
Tod in der Festung, Erzählung in: Richter Di bei der Arbeit (1967); (engl.: Judge Dee at Work)
Er kam mit dem Regen, Erzählung in: Richter Di bei der Arbeit (1967); (engl.: Judge Dee at Work)
Der Wandschirm aus rotem Lack (1962); (engl.:The Lacquer Screen)

666 n.Chr. Han-yuan (nahe Hauptstadt)

zweite Station als Bezirksrichter, gewinnt Gehilfen Tao Gan
Der See von Han-yuan (1960); (engl.: The Chinese Lake Murders)
Der Morgen des Affen, Erzählung in: Der Affe und der Tiger (1965); (engl.: The Monkey and the Tiger)
Nächtlicher Spuk im Mönchskloster (1961); (engl.: The Haunted Monastery)
Mord im Loosteich, Erzählung in: Richter Di bei der Arbeit (1967); (engl.: Judge Dee at Work)

668 n.Chr. Pu-yang(nahe Hauptstadt)

dritte Station als Bezirksrichter

Mord im Labyrinth (1956); (engl.: The Chinese Maze Murders)
Wunder in Pu-yang? (1958); (engl.: The Chinese Bell Murders)
Nagelprobe in Pei-tscho (1961); (engl.: The Chinese Nail Murders)
Tod im Roten Pavillon (1961); (engl.: The Red Pavilion)
Die Perle des Kaisers (1963); (engl.: The Emperor’s Pearl)
Mord nach Muster (1965); (engl.:The Willow Pattern)
Mord in Kanton (1965); (engl.: Murder in Canton)
Das Phantom im Tempel (1966); (engl.: The Phantom of the Temple)
Halskette und Kalebasse (1967); (engl.: Necklace and Calabash)
Poeten und Mörder (1968); (engl.: Poets and Murder)

Fiktiver Lebenslauf von Richter Di nach den Romanen und Erzählungen von Robert van Gulik

Richter Di ist die Titelfigur eines Romanzyklus des niederländischen Schriftstellers Robert van Gulik. Knapp 20 Jahre lang begleitet der Leser die Karriere des chinesischen Richters – durch 14 Romane und 2 Bände mit Erzählungen. Während dieser Zeit steigt Di vom einfachen Bezirksbeamten zum Präsidenten des obersten Gerichtshofes auf.

Richter Di ist ein Sherlock Holmes des alten China – seine Fälle löst er in erster Linie durch Analyse der Fakten. Immer wieder erstaunt er mit seinen Schlussfolgerungen nicht nur den Leser, sondern auch seine vier Gehilfen, die ihn auf seinem Lebensweg begleiten: der alte Hung Liang (洪亮 Pinyin: Hóng Liàng), der schon der Diener seines Vater war, Tschiao Tai (喬泰 Pinyin: Qiáo Taì) und Ma Jung (馬榮 Pinyin: Mǎ Róng), ehemalige Räuber, die sich dem Richter angeschlossen haben, sowie Tao Gan (陶干 Pinyin: Táo Gān), einst ein begnadeter Falschspieler und Betrüger, der nun seine Fähigkeiten in den Dienst des Gesetzes stellt.

1949 übersetzte van Gulik zunächst den klassischen Kriminalroman eines anonymen Autors Dee Goong An (chinesisch: 狄公案, Pinyin: dí gōng àn; dt. Richter Dis Fälle, eigentlich im chinesischen Original Vier außerordentlich seltsame Fälle in der Regierungszeit der Kaiserin Wu, chinesisch: 武則天四大奇案, Pinyin: Wǔ Zétiān sì dà qí àn), der wohl Anfang oder Mitte des 19. Jahrhunderts verfasst wurde. Danach fing er an, eigene Richter-Di-Geschichten zu verfassen, wobei er neben der Hauptfigur auch die vier Gehilfen des Richters aus dem chinesischen Original übernahm.

In seinen Werken adaptierte van Gulik vielfach Kriminalfälle aus der klassischen chinesischen Literatur. Er übernahm auch ein anderes Element aus der chinesischen literarischen Tradition: Wie in den klassischen chinesischen Krimis ließ van Gulik seinen Protagonisten in fast jedem Roman gleichzeitig an drei Fällen arbeiten, die nicht unbedingt miteinander in Zusammenhang stehen.

Vorbild für van Guliks Romanfigur war Di Renjie (chinesisch: 狄仁傑 Pinyin: Dí Rénjié, in den Romanen Di Jen-djiä geschrieben; 630–700), eine historische Persönlichkeit aus der Tang-Dynastie (618–906). In der zweiten Hälfte seiner Laufbahn war er Staatsminister. Bekannt wurde Di als Gegenspieler der Kaiserin Wu Zhao (Wu Zetian). Während seine politische Laufbahn gut dokumentiert ist, wissen wir nur wenig über seine Kriminalfälle. Seine zwei Söhne, Di Guang-se und Di Djing-hui, wurden ebenfalls Beamte, sein Enkel Di Djien-mo wurde später Gouverneur der Hauptstadt des Kaiserreiches.


Di Renjie(狄仁傑)was a Chinese official famous for opposing corruption who twice served as the Chancellor of Tang China.This image was carried on the book which is called „Wan hsiao tang-Chu chuang -Hua chuan(晩笑堂竹荘畫傳) “ which was published in 1921(民国十年).

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